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Studie bestätigt: Saunabaden reduziert das Risiko für Herzerkrankungen und Alzheimer

Eine neue wissenschaftliche Studie der Universität Ostfinnland hat nachgewiesen, dass Saunabaden gesundheitliche Vorteile mit sich bringt und zahlreiche Krankheiten vorbeugt. Die Forschungsgruppe um den finnischen Professor Jari Laukkanen untersuchte den Einfluss der Wärmewirkung auf die physiologischen Mechanismen des Menschen und erzielte bemerkenswerte Ergebnisse.

Pressemitteilung der Universität Ostfinnland 2018

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler der Universität Ostfinnland gezeigt, dass Saunabaden eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringt. In einem experimentellen Rahmen untersuchte die Forschungsgruppe nun die physiologischen Mechanismen der Wärmeeinwirkung beim Saunabaden und ihre möglichen gesundheitlichen Wirkungen auf den Menschen. Ihre neueste Studie mit 100 Probanden zeigt, dass bereits ein 30-minütiges Saunagang den Blutdruck senkt und die vaskuläre Compliance verbessert bei gleichzeitiger Erhöhung der Herzfrequenz ähnlich wie bei mittelschwerer körperlicher Aktivität. Die Compliance beschreibt bei Blutgefäßen den Beitrag der elastischen (statischen) Widerstände zum resultierenden Blutdruck.

Zuvor hatte die Forschungsgruppe Ergebnisse aus einer bevölkerungsbezogenen Studie veröffentlicht, die im Zusammenhang mit dem regelmäßigen Gang in die Sauna auf ein reduziertes Risiko für Koronarerkrankungen und plötzlichen Herztod, Bluthochdruck sowie Alzheimer und Demenz hindeuten. Ebenso konnten Verbindungen zwischen häufigem Saunabaden und einem verminderten Risiko von Atemwegserkrankungen und niedrigeren CRP-Werten festgestellt werden.

Die im Rahmen des Projekts „Saunabaden und kardiovaskuläre Gesundheit“ durchgeführte experimentelle Studie liefert neue Erkenntnisse über Veränderungen im menschlichen Körper während und nach dem Saunagang. Die Studie hat anhand von 100 Probanden die Wirkung eines 30-minütigen Saunaganges analysiert. Ziel war es insbesondere, die Rolle der vaskulären Compliance und des gesenkten Blutdrucks in Bezug auf den gesundheitlichen Nutzen des Saunabadens zu bewerten.

Die vaskuläre Compliance wurde an der Halsschlagader und der Oberschenkelarterie vor dem Saunagang, unmittelbar nach dem Saunagang und nach einer 30-minütigen Ruhephase gemessen. Die in der experimentellen Studie durchgeführte Abnahme der vaskulären Compliance stellt eine neue Bewertungsmethode in diesem Untersuchungsbereich dar.

Unmittelbar nach dem 30-minütigen Saunagang sank der mittlere systolische Blutdruck der Probanden von 137 mmHg auf 130 mmHg und der diastolische Blutdruck von 82 mmHg auf 75 mmHg. Außerdem blieb ihr systolischer Blutdruck auch nach dem 30-minütigen Saunagang niedrig. Die mittlere Carotis-Femoral-Pulswellengeschwindigkeit der Probanden, die ein Indikator für vaskuläre Compliance ist, betrug vor dem Saunagang 9,8 m/s und ging unmittelbar danach auf 8,6 m/s zurück. Während des Saunaganges stieg die Herzfrequenz der Probanden ähnlich wie bei mittelschwerer körperlicher Aktivität an, und ihre Körpertemperatur stieg um ca. 2°C. Die Ergebnisse der bevölkerungsbezogenen Saunabadstudie beleuchten die physiologischen Mechanismen der Wärmeeinwirkung von Saunabädern, welche zur Entwicklung von Wärmevorteilen beitragen können.

Die Ergebnisse über die Wirkungen des Saunabadens auf den menschlichen Körper wurden im Journal of Human Hypertension veröffentlicht, die Ergebnisse über die Messung der Pulsgeschwindigkeit der Carotis-Femoralwellen sind im European Journal of Preventive Cardiology erschienen. Die Studie wurde von der finnischen Förderagentur für Innovation, Tekes, finanziert und von der Forschungsgruppe um Professor Jari Laukkanen an der Universität Ostfinnland durchgeführt. Projektpartner waren Harvia Ltd., Velha Ltd., Pihlajalinna, Fintravel Ltd. und der finnische Saunakulturverband.

Die Probanden waren 100 Kunden des Gesundheitsdienstleisters Pihlajalinna. Ihre Hintergrundinformationen wurden durch umfangreiche Befragungen und Gespräche gesammelt und die körperliche Verfassung der einzelnen Probanden durch einen klinischen Belastungstest ermittelt. Die Studie wurde in Versuchssaunen des Saunaofenherstellers Harvia Ltd. durchgeführt. Die experimentelle Saunaumgebung gewährleistete eine sorgfältige Simulation der Gepflogenheiten eines klassischen finnischen Saunabads im Heimsaunabereich.

Die Forschung zeigt, dass regelmäßige körperliche Bewegung und ein gesunder Lebensstil die Herzgesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen. Allerdings sind noch nicht alle Risiko- und Schutzfaktoren bekannt. Die in der bevölkerungsbezogenen Studie beobachteten Vorteile des regelmäßigen Saunabadens auf die Herzgesundheit lassen sich laut dieser experimentellen Studie dadurch erklären, dass das Saunabaden den Blutdruck senkt und die vaskuläre Compliance erhöht. Allerdings bedarf es noch weiterführender Forschungsdaten aus experimentellen Umfeldern zu den physiologischen und die Herzgesundheit fördernden Mechanismen des Saunabadens.

 

Originalartikel mit Quellenangaben zur experimentellen Studie:

Journal of Human Hypertension
http://www.nature.com/articles/s41371-017-0008-z

European Journal of Preventive Cardiology
http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/2047487317737629

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